In Kürze
Schotterrasen sind gering belastbare, begrünte Flächen, die ein gelegentliches Befahren mit motorisierten Fahrzeugen ermöglichen. Im Vergleich zu versiegelten Flächen erzielen sie mit ihren offenen, versickerungsfähigen Flächen eine deutlich verbesserte Bodenfunktionalität, höhere Biodiversität und ästhetische Wirkung. [1]
Kurzdefinition
Schotterrasen sind begrünte, versickerungsfähige Beläge, die aus einer Mischung aus Schotter, Kies und organischem Material bestehen. Ihre lockere Vegetationsdecke mit niedrig wachsenden Gräsern, Kräutern und Stauden weist eine hohe Trockenheitstoleranz auf.
Der Belag eignet sich für gelegentliches Befahren mit motorisierten Fahrzeugen und fügt sich gestalterisch gut in angrenzende Rasen- und Wiesentypen ein. [2]
Biodiversitätsförderung
Wird das Profil wie auf dieser Seite beschrieben geplant, realisiert und gepflegt, weist es folgende Potenziale auf:
hoch = • • • • • tief = • negativ = (•)
Ökologische Vernetzung
• • •
Lebensraum für Wildtiere
• •
Lebensraum für Wildpflanzen
• • •
Ökologischer Ausgleich
• •
Anforderungen
Grundsätze
Mit der Erfüllung dieser Grundsätze wird die Biodiversität dieses Profils gefördert.
Saat- und Pflanzgut
>80% einheimisch und standortgerecht
Möglichst autochthon
> 15% Staudenanteil, < 85% Gräseranteil
0% invasive gebietsfremde Arten
Substrat
Verschiedene Mischungen aus grobem Schotter und Kulturerde/Kompost
Bei den verwendeten Komponenten Gewässervorschriften beachten
Aufbau
Keine Vliese oder Folien
Wasserspeicherfähigkeit 20‒40%
Wasserdurchlässigkeit
Vegetations- und Schotterschicht
Ein- oder zweischichtiger Aufbau
Standfestigkeit der Verkehrsfläche
Pflege
Möglichst gesamte Fläche gemäss Prinzipien naturnahe Pflege
Neophyten und Gehölze frühzeitig entfernen
Falls gemäht werden muss, Schnittgut entfernen
Mähintervalle der Nutzungsintensität anpassen
Weder düngen noch wässern
Im Winterdienst abstumpfende Materialien statt Streusalz ausbringen
Nutzung
Extensive Nutzung
Je nach Aufbau und Saatgut 2–4 Monate Wartezeit bis zum Befahren
Standort
Halbschattig bis sonnig
Trocken
Erhöhte Anforderungen
Mit der Erfüllung dieser erhöhten Anforderungen wird die Biodiversität noch stärker gefördert.
Saat- und Pflanzgut
100% einheimisch und standortgerecht
Nur Wild- und keine Zuchtformen
> 20% Staudenanteil, < 80% Gräseranteil
Aufbau
Geringerer Erdanteil begünstigt Blütenpflanzen
Pflege
100% der Fläche gemäss Prinzipien naturnahe Pflege
Definition
Bei einem Schotterrasen handelt es sich um eine Form der Belagsgestaltung, um eine begrünte, jedoch gelegentlich befahrbare und wasserdurchlässige Fläche zu schaffen.
Er besteht typischerweise aus einer Mischung von Kies und Schotter mit einem Anteil an organischem Material, das das Wachstum von Vegetation ermöglicht. Die Vegetation von Schotterrasen besteht in der Regel aus niedrig wachsenden, trockenheitsresistenten Gräsern und Stauden, die eine lockere, extensive Decke bilden.
Schotterrasen sind besonders nützlich in Bereichen, die eine gewisse Belastbarkeit für gelegentliches Befahren mit Fahrzeugen aufweisen sollen, während sie gleichzeitig die Biodiversität fördern und ökologische Funktionen wie die Versickerung von Regenwasser ermöglichen.
Sie bieten eine ästhetisch ansprechende, naturnahe Alternative zu vollständig versiegelten Flächen und können zur Schaffung von Lebensräumen und zur Vernetzung von Biotopen in städtischen und ländlichen Landschaften beitragen.
Potenzial
Wird das Profil wie auf dieser Seite beschrieben geplant, realisiert und gepflegt, weist es folgende Potenziale auf:
hoch = • • • • • tief = • negativ = (•)
Ökologische Vernetzung
• • •
Lebensraum für Wildtiere
• •
Lebensraum für Wildpflanzen
• • •
Ökologischer Ausgleich
• •
Hitzeminderung
•
Verbesserung Luftqualität
•
Versickerung und Wasserretention
• •
Bodenschutz und Versiegelung
• • • •
aktive Nutzung
• •
passive Nutzung und Aufenthaltsqualität
• • •
Nutzung, Gestaltung und ökologisches Potenzial
Schotterrasen werden als Park- oder Abstellflächen sowie als Feuerwehrzufahrten genutzt. Sie finden sich auch auf durchgehenden Baumscheiben und Mehrzweckstreifen. Aufgrund ihres lückigen Bewuchses haben sie einen urtümlichen Charakter.
Im Vergleich zu asphaltierten Flächen bilden sie weniger strenge Übergänge zu Rasen, Wiesen und anderen Vegetationssystemen sowie zu natürlichen Freiraumelementen.
Für spezialisierte Pflanzen- und Tierarten bieten sie als unversiegelte Bodenfläche wertvollen Lebensraum im Siedlungsgebiet. Im Sommer können sie extrem trocken und heiss werden. Dank ihrer Versickerungsfähigkeit bleiben sie jedoch selten über einen längeren Zeitraum nass, was das Aufkommen von Spontanvegetation begrenzt.
Als offene, unversiegelte Böden dienen Schotterrasen als Vernetzungselement für zahlreiche bodennistende Insekten.
Bei Schotterrasen im Siedlungsgebiet liegt der Pflegefokus auf dem Erhalt und der Steigerung des ökologischen Potenzials, da sie eine spezialisierte Artenvielfalt aufweisen und die Versickerung von Wasser ermöglichen. [2]
Typische Pflanzen
Pflanzen für Schotterrasen zeichnen sich durch ihre Trockenheitsresistenz und Robustheit aus. Dadurch können sie auch längere Trockenperioden und mechanische Belastungen, wie gelegentliches Befahren, gut überstehen. Aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit gedeihen sie auch auf nährstoffarmen Böden, die sie zudem stabilisieren. Ihr hohes Regenerationsvermögen stellt eine rasche Erholung nach Beschädigungen sicher.
Beispiele Pflanzenarten
Die nachfolgende Auflistung ist als eine Auswahl von Beispielen zu verstehen.
Gräser
Einjähriges Rispengras (Poa annua), Rotschwingel (Festuca rubra), Schafschwingel (Festuca ovina), Englisches Raygras (Lolium perenne), Wiesenrispe (Poa pratensis)
Stauden
Wiesen-Schafgarbe (Achillea millefolium), Breit-Wegerich (Plantago major), Gänseblümchen (Bellis perennis), Vogel-Knöterich (Polygonum aviculare aggr.), Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), Hopfenklee (Medicago lupulina)
Unter infoflora.ch sind sämtliche Arten dieses Profils bzw. Lebensraumes zu finden.
Problempflanzen
In diesem Profil sind insbesondere folgende Problempflanzen zu erwarten:
Pflanzen, die an gewissen Standorten / zu gewissen Zeitpunkten unerwünscht sind
Baumsämlinge, hochaufwachsende Stauden wie Echter Honigklee (Melilotus officinalis)
Einjähriges Berufkraut (Erigeron annuus), Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), Götterbaum (Ailanthus altissima), Sommerflieder (Buddleja davidii), Schmalblättriges Greiskraut (Senecio inaequidens), Rosmarin-Weidenröschen (Epilobium dodonaei)
Typische Tiere
Schotterrasen bieten zahlreichen Tierarten Lebensraum und Nahrungsquelle, darunter Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge, die von den blühenden Stauden profitieren, sowie Reptilien, die sonnenexponierte, warme Bereiche bevorzugen. Darüber hinaus ist der Schotterrasen für viele bodennistende Insekten ein wichtiges Vernetzungselement.
Ebenso können Vögel und Kleinsäuger von der Strukturvielfalt und dem Nahrungsangebot eines artenreichen Schotterrasens profitieren. [2] Damit sich Arten ansiedeln können, sind vernetzende Strukturen zwischen potenziellen Lebensräumen essenziell. Es empfiehlt sich daher, nicht nur Einzelmassnahmen sondern mehrere vernetzte Lebensräume anzubieten.
Beispiele Tierarten
Diese Auflistung ist als eine Auswahl von Beispielen zu verstehen. Mit der naturnahen Gestaltung und Pflege von Schotterrasenkönnen zahlreiche weitere Arten(‑gruppen) gefördert werden.
Insekten
Hauhechelbläuling (Polyommatus icarus), Hainlaufkäfer (Carabus nemoralis), Feld-Sandlaufkäfer (Cicindela campestris), Brauner Grashüpfer (Chorthippus brunneus), Schwarze Wegameise (Lasius niger)
Wildbienen
Furchenbienen, z. B. Gemeine Furchenbiene (Lasioglossum calceatum)
Reptilien
Zauneidechse (Lacerta agilis), Mauereidechse (Podarcis muralis)
Standort
Für Schotterrasen eignen sich insbesondere sonnige und gut drainierte Standorte. Trockenheit, Wärme und wenige Nährstoffe sind prägende Standortfaktoren, die zur gewünschten, lückigen Vegetation führen.
Zielbild
Schotterrasen sind begrünte, versickerungsfähige und temporär belastbare Beläge aus Schotter, Kies und organischem Material. Die extensive, lockere Vegetationsdecke besteht aus niedrig wachsenden Stauden und mittelhohen Gräsern. Die Pflanzen zeichnen sich dabei durch eine grosse Trockenheitstoleranz aus.
Der Belag eignet sich für ein gelegentliches Befahren und Parkieren von motorisierten Fahrzeugen und fügt sich dabei gestalterisch gut in Rasen- und Wiesentypen ein. [2][3]
Bei einer moderaten Nutzung des Schotterrasens bildet sich eine dichte Grasnarbe, während die Ränder und wenig genutzten Bereiche intensiver bewachsen sind. Randbereiche können höher wachsende Pflanzen begünstigen und durch Kleinstrukturen wie Totholz die Biodiversität weiter bereichern. Dem gegenüber sind stark genutzte Bereiche nur minimal bewachsen. [5]
Der Schotterrasen lässt Regenwasser versickern und unterstützt damit den natürlichen Wasserhaushalt. Der unversiegelte Boden ist ausserdem Teil des natürlichen Nahrungsnetzes von Tieren, bietet direkten Bodenzugang und ist Nährstofflieferant für Pflanzen. [5]
Wenn ein Schotterrasen an naturnahe Lebensräume (z.B. Blumenwiese, Wildstaudenfläche) angrenzt, wird er Teil eines Lebensraummosaiks, was der Artenvielfalt zugutekommt.
Beispiele
Sammlung von Beispielen, die im Siedlungsgebiet von Schweizer Gemeinden und Städten angelegt wurden.
Planung
-
Bestehende Schotterrasen erhalten
-
Beachtung der Belastungsklassen
-
Regionales Material wählen
-
Natürliche Elemente und Kleinstrukturen einplanen
-
Schotterrasen insbesondere an halbschattigen bis sonnigen Standorten vorsehen
-
Gewässerschutz beachten
-
Einheimische und standortgerechte Ansaat und Bepflanzung vorsehen
-
Pflege von Beginn an mitberücksichtigen
Massnahmen im Detail
Schotterrasen erhalten
Bestehende Schotterrasen können kostbare Grünraumelemente und Lebensräume für Tiere und Pflanzen darstellen. Bestehende, artenreiche Schotterflächen sollten, wenn immer möglich, erhalten werden. Sie sind in Planungen von Umgestaltungen und Neubauten von Beginn an zu integrieren.
Flächen entsiegeln und aufwerten
Versiegelte Flächen können entsiegelt und durch einen Schotterrasen ersetzt werden. Eine günstige Gelegenheit, um eine versiegelte Fläche zu verkleinern oder durch einen naturnahen Belag zu ersetzen, ist, wenn ein schadhafter Belag erneuert werden muss oder im Rahmen von Um- und Neubauten. [5]
Soll eine Pionierfläche angelegt werden, die nicht befestigt werden muss, da sie nicht befahren oder begangen wird, ist statt eines Schotterrasens die Anlage einer Ruderalvegetation zu prüfen.
Eine bestehende unversiegelte Fläche, wie beispielsweise eine Chaussierung, kann durch Anpassung der Pflege in einen artenreicheren Schotterrasen umgewandelt werden.
Nutzung, Funktion und Dimensionierung klären
Um zu beurteilen, inwiefern und in welcher Dimension und Grösse ein Schotterrasen angelegt werden soll, sind die vorgesehenen Nutzungen und Funktionen zu klären und mit den Potenzialen von Schotterrasen abzugleichen.
Ökologie
Ökologischer Ausgleich und Vernetzung
Lebensraum für Tiere und Pflanzen
Hitzeminderung
Versickerung und Wasserretention
Gestaltung
Wildes Erscheinungsbild und hohe Dynamik
Fliessende Übergänge zu angrenzenden Flächen
Nutzung
Nutzungsmöglichkeiten je nach Belastungsklassen
Passive Naturerlebnisse
Bauweise ermitteln
Beim Aufbau eines Schotterrasens wird zwischen einem Aufbau mit oder ohne Tragschicht unterschieden. Der Aufbau richtet sich nach Nutzungskategorie, Frostempfindlichkeit des Baugrundes, Nutzungsintensität und -intervall. In jedem Fall kommt eine Deckschicht zur Anwendung in Kombination mit einer Schotter-/Kiestragschicht und/oder einer Frostschutzschicht bzw. Schicht aus frostunempfindlichem Material.
Die Bauweisen gemäss der FLL‑Richtlinie «Richtlinien für Planung, Bau und Instandhaltung von begrünbaren Flächenbefestigungen» (2018) sind in den nachfolgenden Tabellen nach Nutzungskategorie beschrieben.
Nutzungskategorie N1
Begehbare, nicht mit Fahrzeugen befahrbare Flächenbefestigungen (z. B. Terrassen, Wege, Sitzplätze)
Deckschicht (15 cm)
Schicht aus frostunempfindlichem Material (15 bis 25 cm)
Deckschicht (15 cm)
Schotter-, Kiestragschicht oder Frostschutzschicht (15 bis 25 cm)
Nutzungskategorie N2
Befahrbare Flächenbefestigungen für Fahrzeuge bis 3.5 t zulässiges Gesamtgewicht (z. B. Garagenzufahrten, Fahrzeug-Stellplätze).
Deckschicht (20 cm)
Frostschutzschicht (15 bis 25 cm)
oder
Deckschicht (30 cm)
Schicht aus frostunempfindlichem Material (bis 15 cm)
Deckschicht (20 cm)
Schotter- oder Kiestragschicht (15 cm)
Frostschutzschicht (Höhe nicht definiert)
oder
Deckschicht (20 cm)
Schotter- oder Kiestragschicht (15 cm)
Schicht aus frostunempfindlichem Material (Höhe nicht definiert)
Nutzungskategorie N3
Befahrbare Flächenbefestigungen wie N2, jedoch mit gelegentlichen Befahrungen mit Fahrzeugen bis 20 t zulässiges Gesamtgewicht (z. B. Pflege-, Instandhaltungswege sowie Garagen- und Gebäudezufahrten).
Ein Aufbau ohne Tragschicht sollte nur dann zur Anwendung kommen, wenn sich dies in der Region bewährt hat.
Deckschicht (20 cm)
Schotter- oder Kiestragschicht (15 bis 20 cm)
Frostschutzschicht (20 bis 30 cm)
oder
Deckschicht (20 cm)
Schotter- oder Kiestragschicht (25 bis 30 cm)
Schicht aus frostunempfindlichem Material (bis 20 cm)
Nutzungskategorie NFw
Flächenbefestigungen für Feuerwehrzufahrten, Aufstell- und Bewegungsflächen für die Feuerwehr (gemäss DIN 14090 oder länderspezifische Reglungen), die mit Fahrzeugen bis 16 t Gesamtgewicht und 10 t Achslast befahrbar sein müssen. Aufstellflächen müssen zudem einer Flächenpressung (Bodenpressung) von mindestens 800 kN/m2 standhalten.
Ein Aufbau ohne Tragschicht sollte nur dann zur Anwendung kommen, wenn sich dies in der Region bewährt hat.
Deckschicht (20 cm)
Schotter- oder Kiestragschicht (15 bis 20 cm)
Frostschutzschicht (20 bis 30 cm)
oder
Deckschicht (20 cm)
Schotter- oder Kiestragschicht (25 bis 30 cm)
Schicht aus frostunempfindlichem Material (bis 20 cm)
Damit der Baugrund und die verschiedenen Schichten dauerhaft funktionsfähig sind, müssen sowohl bautechnische als auch vegetationstechnische Anforderungen erfüllt sein. Diese Anforderungen sind im Kapitel Realisierung zusammengefasst. [6]
Material auswählen
In Abhängigkeit des Schichtaufbaus werden die Baustoffe gewählt.
Die genauen Baustoffanforderungen der einzelnen Schichten sind der FLL‑Richtlinie «Richtlinien für Planung, Bau und Instandhaltung von begrünbaren Flächenbefestigungen» (2018) zu entnehmen. Die nachfolgenden Punkte fassen die Baustoffanforderungen der Richtline zusammen.
Tragschicht
- In Abhängigkeit von der Nutzungskategorie und den damit verbundenen Schichtdicken werden üblicherweise Baustoffgemische mit Korngrössen von 0/32 mm bis 0/45 mm für die Tragschicht verwendet. Das Nenn-Grössenkorn darf dabei 1/3 der Schichtdicke nicht überschreiten. Um die vegetationstechnischen Eigenschaften zu verbessern, können in der Tragschicht offenporige, frostbeständige und druckfeste Gesteinskörnungen verwendet werden. [6]
- Weiter können rezyklierte Baustoffe nach umwelt- und bautechnischer Prüfung geeignet sein. Verwendungsempfehlungen für Recycling-Baustoffe sind hier zu finden.
Vegetationstragdeckschicht
- Vegetationstragdeckschichten bestehen aus einem Gemisch aus Gerüstbaustoffen, Zuschlagstoffen und organischen Zusätzen. Bei Gerüstbaustoffen ist bevorzugt gebrochenes Material zu verwenden. Nach umwelt- und bautechnischer Prüfung können rezyklierte Baustoffe geeignet sein.
- Geeignete Zuschlagstoffe können Böden der Bodengruppen 2 bis 5 nach DIN 18915 sowie Sande oder Rasentragschichtgemische nach DIN 18035‑4 umfassen.
- Als geeignete organische Zusätze kommen etwa Fertigkompost, Rindenkompost und humose Oberböden in Betracht. Wenn eine humose Oberbodenschicht vorhanden ist, ist diese Variante vorzuziehen, da Transportwege minimiert werden können. Bei Verwendung von organischen Zusätzen muss das Risiko von Setzung und Verdichtung beachtet werden.
- Um eine ausreichende Tragfähigkeit und Wasserdurchlässigkeit zu gewährleisten, sollte der Anteil an organischer Substanz je nach Nutzungskategorie begrenzt werden. Das Gemisch sollte eine Körnung zwischen 0/16 mm und 0/45 mm, die Wasserkapazität zwischen 20 und 40 Volumenprozent und die Luftkapazität über 10 Prozent aufweisen. Das Nenn-Grössenkorn darf 1/3 der Schichtdicke nicht überschreiten. [6]
Begrünung planen
Die Begrünung der Fläche erfolgt durch eine Ansaat mit artenreichen, standortangepassten und möglichst lokal produzierten Schotterrasenmischungen. Diese sollen belastungsresistent, trockenheitsverträglich und sehr regenerationsfähig sein. Doch auch der Entwicklung von wertvoller Spontanvegetation sollte Raum gegeben werden. Ansaat und Spontanvegetation ergänzen sich somit. [7]
Geeignetes Saatgut aus der Umgebung ist insbesondere in Bioterra-Wildpflanzengärtnereien erhältlich. Saatmischungen für Schotterrasen mit Schweizer Ökotypen bieten auch OH‑Samen und UFA‑Samen an. Dabei ist unbedingt der Anteil an Stauden zu beachten, da es auch Schotterrasen-Saatgutmischungen gibt, welche ausschliesslich Gräser enthalten (z.B. die Mischung UFA‑Schotterrasen mit schnellwachsenden Zuchtgräsern). Diese sind aus ökologischer Sicht zu vermeiden. UFA-Samen empfiehlt für Schotterrasen aber auch die Saatmischung für Magerrasen mit entsprechendem Staudenanteil. Diese Mischung enthält nur einheimische Arten, ist aber langsamer wachsend.Im Randbereich der Flächen ist auch eine Bepflanzung mit Wildstauden oder Zusatzsaat möglich, da hier der Nutzungsdruck geringer ist.
Weitere Informationen zur Beschaffung von Pflanzen und Saatgut finden sich hier: Naturnahe Pflanzenverwendung – Pflanzen und Saatgut beschaffen.
Kleinstrukturen vorsehen
Die Markierung von Parkplatz-Stellflächen kann durch natürliche Elemente und Kleinstrukturen (z.B. grosse Steine, pflanzliche Trenn- und Leitlinien, Totholzstämme) erfolgen. [2]
Auch am Rand können die unversiegelten Flächen mit Kleinstrukturen ergänzt werden, welche bedeutsame Lebensräume für Tiere bieten und deren unterschiedliche Bedürfnisse (z. B. Nahrung, Versteck, Brutplatz) abdecken. [5]
Strukturvielfalt im Randbereich von Schotterrasen
Bildquelle: Katharina Nüesch
Kosten schätzen
Erstellungskosten
Die Erstellungskosten sind abhängig von Grösse und Topografie der Fläche, der beabsichtigten Nutzung und den Personal- und Materialkosten, Pauschalen für Anfahrt und Baustellenvorbereitung und -installation sowie Kosten für Maschinen, Materialabtransport und Deponiekosten. Für eine Kostenschätzung sind Offerten bei verschiedenen Unternehmen einzuholen.
Betriebs- und Unterhaltskosten
Die langfristigen Pflegekosten können basierend auf der Planung zum Beispiel mit den Kennzahlen der VSSG kalkuliert werden.
Realisierung
-
Technische Anforderungen berücksichtigen
-
Untergrund vorbereiten
-
Vegetationstragdeckschicht einbauen und nach Vorgaben verdichten
-
Oberboden entfernen
-
Tragschicht einbringen und nach Vorgaben verdichten
-
Ansaat von Mai bis September
Massnahmen im Detail
Technische Anforderungen berücksichtigen
Damit der Baugrund und der Aufbau von Schotterrasen dauerhaft funktionsfähig sind, müssen sowohl bautechnische als auch vegetationstechnische Anforderungen erfüllt sein. Diese Anforderungen sind in der FLL-Richtlinie «Richtlinien für Planung, Bau und Instandhaltung von begrünbaren Flächenbefestigungen» (2018) beschrieben. Die Anforderungen sind in den einzelnen Realisierungsmassnahmen zusammengefasst. [6]
Neben der FLL-Richtlinie existiert auch eine VSS-(Schweizerischer Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute) bzw. Schweizer Norm zu ungebundenen Oberbauten (SN 640741). Die besagte Schweizer Norm befasst sich jedoch mit Verkehrsflächen und entsprechenden höheren technischen Anforderungen und wird deshalb hier nicht näher betrachtet.
Untergrund vorbereiten
- Nach der Abtragung des vorhandenen Bewuchses sowie des Oberbodens (30‒60 cm, je nach Nutzungskategorie) muss der Untergrund verdichtet werden, um die Tragfähigkeit herzustellen. Eine höhere Verdichtung als tatsächlich notwendig sollte aus Bodenschutzgründen vermieden werden, damit die Porenräume für das Wurzelwachstum und die Wasserdurchlässigkeit erhalten bleiben.
- Die zulässige Verformbarkeit des Untergrundes ist mit einem Vorformungsmodul von 25 MPa für die Nutzungskategorie N1 und mindestens 45 MPa für alle anderen Nutzungskategorien festgelegt (Verformungsmodul = Kenngrösse für das Verformungsverhalten/die Verformbarkeit von Böden).
- Die Wasserinfiltrationsrate soll grösser als 3.6mm/h und das Gefälle mindestens 2% betragen. [6]
- Anforderungen wie bei Asphaltbelägen muss ein Schotterrasen nicht erfüllen. Leichte oberflächliche Verformungen werden toleriert, zugunsten einer optimierten Wasserdurchlässigkeit.
- Zur Überprüfung der Tragfähigkeit kann der Befahrversuch (z.B. nach DIN 18035-4) oder, bei gefordertem Nachweis, der statische Plattendruckversuch (z.B. nach DIN 18134) durchgeführt werden. [6]
- Ist die Tragfähigkeit des Baugrundes nicht ausreichend, kann der Aufbau der Tragschicht ohne Bindemittel erhöht werden. Bei alternativer Verbesserung, Verfestigung oder Verstärkung des Baugrundes ist zu beachten, dass die Wasserdurchlässigkeit nachlassen kann. [6]
- Der Einsatz von Bindemitteln ist ausgeschlossen. [8]
- Das Planum wird an der Oberfläche ca. 5 cm aufgerissen. Dies ermöglicht die Verzahnung der verschiedenen Schichten, wodurch ein Kontinuum für die Wasser- und Nährstoffversorgung der Vegetation erreicht wird. [8]
Tragschicht einbauen
- Über dem Planum wird die Tragschicht eingebaut. Die Dicke der Schicht(en) richtet sich nach den beabsichtigten Nutzungskategorien.
- Beim Einbau der Tragschicht ist darauf zu achten, übermässige Verdichtung und nennenswerte Kornzertrümmerungen zu vermeiden. Auch der Untergrund darf nicht weiter verdichtet werden. [6][8]
- Der Einbau des Materials erfolgt in erdfeuchtem Zustand und vorzugsweise vom Rand aus, direkt vom Transportfahrzeug mittels Bagger, ohne direkte Befahrung der Tragschicht. [8]
- Es ist darauf zu achten, dass keine Materialentmischung entsteht. Die Anteile der Korngrössen sollten möglichst homogen über den Baukörper verteilt sein. [8]
- Die Verdichtung erfolgt möglichst ohne Vibration (Rüttelvorgänge wirken entmischend) mit einer 8‑ bis 12‑t-Walze bis zur gewünschten Tragfähigkeit und Ebenflächigkeit. [9]
- Die zulässige Verformbarkeit der Tragschicht ist mit einem Vorformungsmodul von 100 MPa für die Nutzungskategorie N2 und mindestens 120 MPa für die Nutzungskategorien N3 und N Fw festgelegt (Verformungsmodul = Kenngrösse für das Verformungsverhalten/die Verformbarkeit von Böden). Bei der Nutzungskategorie N1 ist in der FLL‑Richtlinie diesbezüglich keine Vorgabe enthalten.
- Die Wasserinfiltrationsrate soll grösser als 108mm/h sein und das Gefälle mindestens 1% betragen. [6]
- Das maximale Gefälle hängt von der vorgesehenen Nutzung ab. Informationen dazu sind beispielsweise in der VSS-Norm SN 640 742 zu finden.
Vegetationstragdeckschicht einbauen
Über der Tragschicht wird die Vegetationstragdeckschicht eingebaut. Dabei gelten die gleichen Grundsätze wie beim Einbau der Tragschicht. Die Dicke der Schicht richtet sich nach den beabsichtigten Nutzungskategorien.
Das Gemisch für die Vegetationstragschicht ist möglichst umgehend nach Anlieferung oder Herstellung einzubauen. Falls dies nicht möglich ist, sollte das Gemisch abgedeckt zwischenlagern werden.Vor dem Einbau muss der Baugrund aufgeraut werden. Der Einbau des Materials erfolgt in erdfeuchtem Zustand und vorzugsweise vom Rand aus, direkt vom Transportfahrzeug mittels Bagger, ohne direkte Befahrung der Tragschicht. [6][8]
Die zulässige Verformbarkeit der Vegetationstragschicht ist mit einem Vorformungsmodul von 30 MPa für die Nutzungskategorie N1, 60 MPa für die Nutzungskategorie N2, mindestens 80 MPa für die Nutzungskategorien N3 und mindestens 100 MPa für die Nutzungskategorien NFw festgelegt (Verformungsmodul = Kenngrösse für das Verformungsverhalten/die Verformbarkeit von Böden). Die Wasserinfiltrationsrate soll grösser als 18 mm/h sein und das Gefälle zwischen 1% und 5% betragen. [6]
Schotterrasen ansäen
Günstige Bedingungen für das Keimen von Saatgut bestehen, wenn die Bodentemperatur mindestens 8 °C beträgt und der Boden ausreichend feucht ist. Diese Bedingungen treten normalerweise zwischen Mai und September auf. Eine Ansaat mit Staudenanteil ist während der Sommermonate möglicherweise nicht erfolgreich und sollte Ende März bis Ende Mai stattfinden. Saaten ausserhalb dieses Zeitraums können zu ungewollten Veränderungen in der Zusammensetzung der Vegetation führen.
Das Saatgut wird gleichmässig ausgebracht und angedrückt, aber nicht eingearbeitet. Das Saatgut darf sich dabei nicht entmischen. Die Zumischung von Sand als Saathelfer hat sich bei der Ausbringung vom Saatgut bewährt. [6]
Falls nötig, kann die Fläche 0,5 bis 1 cm mit gebrochenem Schotter (4/8 oder 8/16) abgestreut werden.
Zur Förderung der regional angepassten Ökotypen ist auch eine Direktbegrünung mit Schnittgutübertrag einer Magerwiese möglich.
Kleinstrukturen erstellen
Die Kleinstrukturen sind an den in der Planung vorgesehenen Standorten (z.B. Randbereiche und andere wenig genutzte Flächen) und in den festgelegten Qualitäten zu erstellen. Macht die Planung keine spezifischen Angaben zu Standorten und Qualitäten, können diese auch ad hoc vor Ort erstellt werden, unter Berücksichtigung der Planungs- und Realisierungshinweise zu einzelnen Kleinstrukturen.
Das im Rahmen von Schnitt- und Pflegemassnahmen an anderen Profilen anfallende Material (z.B. Äste, Totholz, Blüten- und Samenstände) eignet sich hierfür bestens.
Erstellungs- und Entwicklungspflege
Die Fertigstellungspflege umfasst Leistungen, die notwendig sind, um den Anwuchserfolg zu erreichen.
Gewässert werden muss nur, wenn ausreichende Bodenfeuchte fehlt, das Saatgut schnell keimen oder ein Verwehen oder Vertrocknen von gekeimtem Saatgut verhindert werden soll. Saatgut, das noch nicht gekeimt ist, kann auch bei Trockenheit längere Zeit liegen bleiben. [6]Die Fläche sollte erst befahren werden, wenn die Pflanzendecke verwachsen ist und die Pflanzenwurzeln die Decke zusätzlich stabilisieren. Eine frühzeitige Nutzung könnte die Funktion beeinträchtigen. Die Fläche kann frühestens nach 3 bis 4 Monaten zum Befahren und Parkieren von Fahrzeugen freigegeben werden. [8][10]
Die erste Mahd erfolgt bei einer maximalen Wuchshöhe von 10 cm. Die Schnitthöhe sollte zwischen 4 und 6 cm liegen. Beim Einstellen der Schnitthöhe ist darauf zu achten, dass die Basalknospen der Pflanzen unversehrt bleiben. Es sollte nicht mehr als die Hälfte der Aufwuchshöhe entfernt werden. Das Schnittgut ist in jedem Fall zu entfernen. [6][8]
In weniger befahrenen Bereichen kann sich Spontanvegetation ansiedeln. Diese kann erhalten werden, sofern keine Problempflanzen (insbesondere invasive gebietsfremde Arten) enthalten sind, und führt zu fliessenden Übergängen zwischen genutzten und ungenutzten Flächen. [2]
Pflege
-
0 bis 1 Mal pro Jahr Mähen, Schnittgut entfernen
-
Weder düngen noch wässern
-
Kein Einsatz von Herbiziden (Verbot)
-
Regelmässige Sichtkontrolle und Entfernung von Gehölzpflanzen und invasiven gebietsfremden Arten
-
Im Winterdienst abstumpfende Materialien statt Streusalz ausbringen
-
Entstandene Unebenheiten ausbessern
Naturnahe Pflege
Bei geringem Nährstoffgehalt im Untergrund entwickeln sich Schotterrasen sehr langsam und benötigen nur extensive Pflege. Invasive gebietsfremde Arten treten häufig auf offenen Flächen auf. Die Entfernung dieser Pflanzenarten gehört zu den wichtigsten Pflegemassnahmen. Um ihre Ausbreitung zu verhindern, sind regelmässige Sichtkontrollen durchzuführen und erkannte invasive gebietsfremde Arten schnellstmöglich zu entfernen.
Aufkommende Gehölzpflanzen sind zu entfernen, damit der offene Lebensraumcharakter erhalten bleibt und die Nutzung nicht eingeschränkt wird. [11]
Massnahmen naturnahe Pflege im Jahresverlauf
Auf den Einsatz von Dünger und auf das Wässern wird aus ökologischen Gründen verzichtet. Nach Trockenperioden regeneriert sich der Schotterrasen in der Regel schnell, so dass die Funktionsfähigkeit der Vegetation nicht anhaltend beeinträchtigt wird. Der Einsatz von Herbiziden auf Parkplätzen ist verboten. Schotterrasen müssen nur selten gemäht werden. Die Mahdintervalle sind abhängig vom Belastungsgrad.
Planungs- und Umsetzungshilfen
Der Profilkatalog naturnahe Pflege vermittelt Fachwissen und Handlungsanleitungen zu sämtlichen Profilen. Das Praxishandbuch ist eine kompakte Kurzfassung des Kataloges. Im Jahrespflegeplaner sind die Pflegemassnahmen für alle Profile in einer Excel-Tabelle zusammengestellt.
Massnahmen im Detail
Invasive gebietsfremde Arten entfernen
Invasive gebietsfremde Arten müssen so früh wie möglich erkannt und entfernt werden. Besonders betroffen sind kiesig-sandige und trockene Standorte. Dabei ist es besonders wichtig, invasive gebietsfremde Arten vor ihrer Samenreife zu entfernen.
Gehölze entfernen
Gehölze sollen frühzeitig durch vorsichtiges Ausjäten – nicht nur Abschneiden – entfernt werden, damit der Belag durch spätere Pflegeeingriffe nicht geschädigt wird. Das anfallende Material muss entweder aus der Fläche entfernt oder an einem ungestörten Platz zu Asthaufen geschichtet werden, wo es über mehrere Jahre liegen gelassen wird. Um während des Unterhalts möglichst wenige Tiere und Pflanzen zu schädigen, sind die Arbeiten im Winterhalbjahr durchzuführen. [2][12]
Mähen
Nährstoffgehalt und Nutzungsdruck beeinflussen die benötigte Schnitthäufigkeit. Naturnahe Blumen-Schotterrasen bedürfen aufgrund ihrer schwachen Wüchsigkeit nur äusserst selten einer Mahd oder es kann darauf verzichtet werden. Das Schnittgut wird – gegebenenfalls nach dem Trocknen und Absamen – entfernt. [2][13]
Laub entfernen
Laub sollte einmal Ende Herbst entfernt werden. Dadurch wird der Eintrag von organischem Material verhindert, welcher den Pflegeaufwand schnell erhöhen könnte. [5] Das anfallende Laub kann an geeigneter Stelle, z.B. unter Bäumen oder Sträuchern, als Laubhaufen aufgeschichtet werden und damit als Kleinstruktur eine wertvolle Nische bieten.
Winterdienst
Aufgrund der pflanzenschädigenden Auswirkungen ist auf Streusalz zu verzichten. Stattdessen kann auf abstumpfende Materialien wie Splitt, Sand oder Schotter zurückgegriffen werden. Idealerweise wird hierzu das mit der Vegetationstragschicht identische Material verwendet.
Zur Schneeräumung sind bevorzugt Schneefräsen einzusetzen. Räumschilder müssen so hoch eingestellt sein, dass sie keine Beschädigungen an der Vegetation oder insbesondere der Vegetationstragschicht verursachen. [2][6]
Instandsetzung
In stark frequentierten und befahrenen Bereichen müssen Unebenheiten, Löcher, Fahrschäden oder andere Beschädigungen ausgebessert werden. Dazu ist das gleiche Baustoffgemisch der Vegetationstragschicht auszubringen, welches bei der Herstellung verwendet wurde. Zur Wiederherstellung der Vegetation ist im Anschluss eine Nachsaat notwendig.
Bis zur vollen Belastbarkeit ist die Fläche abzusperren. [6]
Förderungs- und Entwicklungsmassnahmen
Auf Schotterrasen siedelt sich in wenig befahrenen und begangenen Bereichen, etwa zwischen zwei Parkflächen, Spontanvegetation an. Diese kann erhalten werden, womit fliessende Übergänge zwischen genutzten und ungenutzten Flächen entstehen. [2]
Die «Markierung» von Parkplatz-Stellflächen kann durch natürliche Elemente und Kleinstrukturen (z.B. grosse Steine, pflanzliche Trenn- und Leitlinien, Totholzstämme) erfolgen. [2]
Rückbau
-
Oberboden/Substrat wiederverwenden
-
Keine invasiven gebietsfremden Arten übertragen
-
Schotter und Kies wiederverwenden
Massnahmen im Detail
Wiederverwendung Oberboden prüfen
Nach Entfernung der Vegetationsschicht kann der Oberboden bzw. das Substrat für die Realisierung eines neuen Schotterrasens in der Umgebung wiederverwendet werden. Der Oberboden enthält idealerweise Pflanzensamen («Samenbank»), die den neuen Standort aufwerten. Zudem können dadurch möglicherweise Transport- und Materialkosten gespart werden.
Bei der Wiederverwendung von Pflanzen, Erdmaterial und weiteren Strukturen ist darauf zu achten, dass die wiederzuverwendenden Elemente keine Pflanzenteile oder Samen von invasiven gebietsfremden Arten oder weiteren Problempflanzen enthalten.
Schotter und Kies wiederverwenden
Der vorhandene Schotter und Kies kann für die Realisierung von Schotterrasen in der Umgebung wiederverwendet werden. Das spart möglicherweise Transport- und Materialkosten. Je nach Anwendungsschicht eignen sich dabei Körnungen von 0/16 mm bis 0/45 mm. [6]
Wiederverwendung von Kleinstrukturen prüfen
Es ist zu prüfen, ob ganze Kleinstrukturen und/oder Teile bzw. Materialien davon auf einer anderen Chaussierung oder innerhalb eines anderen Profils wiederverwendet werden können.
Bestimmungen
Gesetzliche und planerische Grundlagen für die Planung, Realisierung, Pflege und Rückbau (kein Anspruch auf Vollständigkeit):
- Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV)
- Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV)
- Gewässerschutzvorschriften
- Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG), VSS‑Norm SN 640 075
- FLL‑Richtlinie «Richtlinien für Planung, Bau und Instandhaltung von begrünbaren Flächenbefestigungen» (2018)
- Verkehrsflächen mit ungebundenem Oberbau (SN 640 741, SN 640 742, SN 640 744)
Quellen
Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. (FLL). (2006). Empfehlungen für Bau und Pflege von Flächen aus Schotterrasen: Aus der Arbeit der FLL-Arbeitsgruppe Schotterrasen (Vers. für Internet-Abruf (Download)). FLL.
Brack, F., Hagenbuch, R., Wildhaber, T., Henle, C., & Sadlo, F. (2019). Mehr als Grün! – Praxismodule Naturnahe Pflege: Profilkatalog (Grün Stadt Zürich, Hrsg.). ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Forschungsgruppe Freiraummanagement (unveröffentlicht).
BOKU. (2023). BOKU-Schotterrasen: Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau (IBLB)::Department für Bautechnik und Naturgefahren::BOKU. https://boku.ac.at
Delarze, R. (with Gonseth, Y., Eggenberg, S., & Vust, M.). (2015). Lebensräume der Schweiz: Ökologie - Gefährdung - Kennarten (3., vollständig überarbeitete Auflage). Ott-Verlag.
Tschäppeler, S., & Haslinger, A. (2021). Natur braucht Stadt – Berner Praxishandbuch Biodiversität. Haupt Verlag.
Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL). (2018). Richtlinien für Planung, Bau und Instandhaltung von begrünbaren Flächenbefestigungen.
Kumpfmüller, M., & Hloch, J. (2008). Wege zur Natur im Siedlungsraum – Grundlagenstudie. https://www.land-oberoesterreich.gv.at
Längert, S., & Margelik, E. (2005). Empfehlung für die Errichtung und Erhaltung von Schotterrasen (Endbericht). https://boku.ac.at
Florineth, F. (o. J.). Wie baue ich Schotterrasen? Schotterrasen. Abgerufen am 10. Oktober 2023, von http://www.schotterrasen.at
Richard, P. (2018). Der gestaltete Naturgarten. Wildromantische Gärten planen und bauen. Haupt Verlag.
Fischer, B., Nentwig, W., Küffer, N., Turolla, F., & Jörg, E. (2009). Invasive Pflanzen und Tiere – Lebensweise, Verbreitung und Problematik der wichtigsten vom Menschen eingeschleppten Pflanzen (Neophyten) und Tiere (Neozoen) in der Schweiz. https://www.neophyt.ch
Kuster, A., & Rebmann, E. (2013). Konzept zur Pflege von Grünflächen an Strassen. ZHAW, Bioterra (unveröffentlicht).
Hilgenstock, F., & Witt, R. (2004). Das Naturgarten-Baubuch. Callwey.